Generationen im Gespräch in Neukölln

v.l.n.r. Kem
al Hür, Stefan Voss, Kazim Erdogan, Gilles Duhem. Foto: Farhana von Mitzlaff
proudly presents: Die Dokumentation der Pressekonferenz vom 02. September 2008, Moderation: Farhana von Mitzlaff
Teilnehmer:
Stefan Voss, Vertreter der Landeskommission Berlin gegen Gewalt
Kazim Erdogan, Aufbruch Neukölln und Initiative für ein noch besseres Neukölln
Gilles Duhem, Förderverein Gemeinschaftshaus MORUS 14 e. V
Kursleiterinnen und Kursleiter
Jugendgewalt, Gewalt in der Familie, Schul- und Erziehungsprobleme und die Hilflosigkeit von Eltern meist mit Migrationshintergund beherrschen als täglich wiederkehrende Themen die Berichterstattung in den Medien und die Diskussionen um Integration und Migration.
Doch die Lösung dieser Probleme kann nur durch das Handeln der Betroffenen selbst erreicht werden. Die Eltern und ihre Kinder müssen selbst aktiv an der Lösung mitarbeiten.
Dies will das Projekt „Generationen im Gespräch“ fördern.
Das Projekt setzt sich aus zwei Modulen zusammen: „Eltern in der Kita“ und „Eltern in der Schule“ und „Männer und Väter im Gespräch“
Das Projekt wird durchgeführt von dem gemeinnützigen Verein „Aufbruch Neukölln e. V.“ und der „Initiative für ein noch besseres Neukölln“ sowie vom „Förderverein Gemeinschaftshaus MORUS 14 e. V.“. Es wird von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt mit über 46.000 Euro finanziert und läuft vom September 2008 bis Ende Juni 2009.
Das erste Modul verfolgt das Ziel, Eltern in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Arabisch, in manchen Einrichtungen auch in Serbisch und Kroatisch zu Veranstaltungen in die Kitas und Schulen einzuladen und sie früh über Erziehung und Bildung zu informieren. Die Gesprächsveranstaltungen finden unter Anleitung von ausgebildeten muttersprachigen Referenten in Neuköllner Schulen und Kitas statt.
Das zweite Modul hat bereits einen sehr erfolgreichen Vorläufer: „Türkische Männer und Väter im Gespräch“ unter der ehrenamtlichen Leitung von Kazim Erdogan. In diesem Gesprächskreis unterhalten sich die Teilnehmer, Männer und Väter zwischen 20 und 65 Jahren, über Themen wie Trennung, Scheidung, Gewalt in der Ehe, Erziehungsprobleme, Liebe, Sex, aber auch tagesaktuelle Ereignisse. Von den über 30 regelmäßigen Teilnehmern sind die Hälfte alleinerziehende türkische Väter. Während es für Mädchen und Frauen, die Opfer von patriarchaler, religiöser, häuslicher Gewalt werden, viele Angebote gibt, sind Männer mit ihren Sorgen und Problemen meist auf sich gestellt. Sie suchen bestenfalls in Moscheen oder Teestuben Hilfe.
Die geplanten Gesprächskreise sollen ihnen helfen, gegenseitig von ihren Erfahrungen zu profitieren, ihnen Wege aufzeigen, wo sie professionelle Hilfe bekommen, wenn sie z. B. mit der psychischen Belastung einer Trennung nicht allein fertig werden.
Auf den positiven Erfahrungen des seit zwei Jahren existierenden Gesprächskreises von Kazim Erdogan werden weitere Gruppen im Bezirk eingerichtet, die sich nun nicht mehr nur an türkische Männer wenden. Es wird Gruppen geben in türkischer, arabischer und eine multiethnische Gruppe in deutscher Sprache.
